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Der „Freundeskreis Heimat in Heubach“ hatte zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Wieviel braucht der Mensch zum Leben“ eingeladen und viele waren der Einladung gefolgt. Gerhard Kuhn, Stadtrat in Heubach und ehemaliger Mitarbeiter im Sozialdezernat des Landratsamtes Ostalbkreis, gab eine Übersicht über die verschiedenen Arten der Sozialleistungen. So erfuhren die Zuhörer den Unterschied zwischen Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II (besser bekannt als Hartz IV). Er erläuterte die Möglichkeiten des Wohngeldes ebenso wie Grundsicherungen oder Leistungen im Krankheits- oder Pflegefall. Sehr interessant waren auch die Ausführungen darüber, welche Bedingungen für diese Leistungen erfüllt werden müssen oder welche Angehörigen von den Behörden mit in die Verantwortung genommen werden können.  Dieser interessante Vortrag förderte viele Fragen der Anwesenden zu Tage, die Gerhard Kuhn im Einzelnen beantwortete. Im Anschluss an den Vortrag wurde auf die Arbeit des Familienbüros der Stadt Heubach hingewiesen. Hier gibt es Hilfe und Beratung zu allen Sozialleistungen oder in schwierigen Situationen. Ansprechpartnerin ist Frau Helmle, Telefon 07173/18145. Diakon Lars Wittek stellte dann noch den „Freundeskreis Heimat in Heubach“ vor, der zu diesem Abend eingeladen hatten. Die ehrenamtliche Arbeit dieses Freundeskreises umfasst viele soziale Projekte wie auch die Integration ausländischer Mitbürger in Heubach. Wer hier mithelfen möchte, ist gern zum nächsten Treffen eingeladen. Dieses findet am Dienstag, 13. November 2018, um 18.30 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Heubach statt 

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1556 hatte sich die Reformation durchgesetzt, Heubach war evangelisch geworden. 300 Jahre später war wieder eine katholische Familie nachweisbar in Heubach, die des Apothekers Ernst Pliksburg, der in Wäschbeuren geboren 1858 die Heubacher Apotheke übernahm. Die Volkszählung vom Jahr 1859 zählte von 1189 Einwohnern vier katholische, neben der Familie Pliksburg noch eine „Mischehe“ und einzelne katholische Dienstboten. Im Zuge der Industrialisierung Heubach, insbesondere seit dem Aufschwung der Textilindustrie in den sogenannten Gründerjahren, stieg die Zahl der Katholiken in Heubach an. Ein Verzeichnis des Stadtschultheißen Wiedenhöfer von 1885 nennt eine Zahl von 38 katholischen Seelen, die, da es keine eigene Kirchengemeinde gab, in die Pfarrei Unterböbingen „eingepfarrt“ waren. Die ebenfalls zu Heubach gehörenden Katholiken von Beuren gehörten dagegen zur katholischen Pfarrei Bargau. Als die Zahl der, modern gesprochen, katholischen Arbeitsmigranten weiter stieg, begannen diese sich konfessionell zu organisieren. Im Jahr 1893 richteten 21 katholische Familienoberhäupter aus Heubach und Beuren ein Gesuch an das bischöfliche Ordinariat in Rottenburg „um Errichtung eines periodischen Gottesdienst“ in Heubach. Diese Petition vor 125 Jahren markiert im Grunde genommen die Geburtstunde der Heubacher Pfarrgemeinde. In der an erster Stelle auch von Apotheker Pliksburg unterzeichneten Petition heißt es: „Der Weg von hier nach Unterböbingen beträgt 5 km und ist zur Winterszeit der Schneewehen wegen, beschwerlich zu gehen. Der Weg den die Katholiken in Beuren zum Kirchgehen haben, beträgt circa 3 km und bei Schnee nicht gangbar. Durch all diese Umstände ist es den Katholiken hier nicht möglich, ihre Pflichten in allem Umfang gerecht zu werden“, lautete die Befürchtung, „wenn nicht die nötige Abhilfe geschaffen werden könnte.“ Das Gesuch, das auch von Pfarrer Hummel aus Unterböbingen und dessen Nachfolger Pfarrer Geisinger unterstützt wurde, erfuhr im bischöflichen Ordinariat in Rottenburg grundsätzlich eine positive Resonanz. Ein im selben Jahr dazu verfasstes Gesuch an die evangelische Kirchengemeinde um Abhaltung eines „periodischen Gottesdienstes“ in der Stadtpfarrkirche St. Ulrich stieß dagegen bei den Protestanten auf wenig Gegenliebe: “Der Kirchengemeinderat ist entschieden gegen die Gewährung des Gesuchs, da er kein dringendes Bedürfnis der Katholiken erblickt, sofern es noch andere Lokale gibt.“ Auch wenn das bischöfliche Ordinariat in Rottenburg und der katholische Kirchenrat in Stuttgart der Einrichtung einer Heubacher Gottesdienststätte positiv gegenüberstanden, wandte sich der Kirchenrat gegen den Kauf einer entsprechenden Liegenschaft. Vielmehr favorisierte er, „ein entsprechendes Lokal zu mieten“. Doch die Heubacher Katholiken dachten bereits weiter. Schon seit der Petition von 1893 gab es Überlegungen über einen Grundstückserwerb und auch konkrete Verhandlungen über den Ankauf eines alten, stillgelegten Fabrikgebäudes der Cannstatter Corsett-Fabrik Zoeppritz, Cantz und Ziegler. Vom Unterböbingen Pfarrer Geisinger wurde es als „das passendste, sehr günstig gelegene Anwesen“ befunden, „das einen großen hellen Saal enthält, der sehr leicht als Oratorium eingerichtet werden könnte, eine freundliche geräumige Schule im Vorderbau und noch die Einrichtung einer Lehrerwohnung, also alles diese unter einem Dache zuließe“. Als dann das Bistum Rottenburg Zustimmung signalisierte und auch 5500 M aus der Missionskasse und dem Interkalarfonds Gmünd zusicherte, erwarben 1895 schließlich Apotheker Pliksburg und der ebenfalls katholische Amtsnotar Dettling das besagte stillgelegte Fabrikgebäude samt Wohnhaus um den Preis von 8200 M für die Heubacher Katholiken, wobei sie sich die Hypothek für den Kauf durchaus mit den ortsüblichen vier Prozent verzinsen ließen. Nach dem Kauf von 1895 ging alles sehr schnell mit dem Umbau des am Feldweg Nr. 3 nach Bargau (heute Adlerstraße) gelegenen Fabrik- und Wohngebäudes. Auf das zweistöckige Fabrikgebäude wurde ein kleiner hölzerner Glockenturm mit Kreuz aufgesetzt, so dass das Gebäude auch von außen als Gotteshaus wahrnehmbar war. Im Erdgeschoss wurde der Beetsaal (Oratorium) eingerichtet, der um einen angesetzten Chor verlängert wurde. Der Altar darin war das Geschenk einer anderen katholischen Gemeinde. Im Obergeschoss des Fabrikgebäudes wurde ein Schulsaal für 50 Kinder eingebaut, an das sich noch ein Lehrerzimmer im Dachstuhl des Wohnhauses anschloss. In das Erdgeschoss des einstöckigen Fachwerkwohnhauses wurde die Lehrerwohnung gelegt. Während die freiwillige Konfessionsschule für die katholischen Kinder bereits im November 1995 eröffnet worden war, wurde die Einweihung und Eröffnung des Beetsaals (Oratorium) erst am 8. Januar 1896 vollzogen. Der Unterböbinger Pfarrer Geisinger wurde, gegen Entgelt verpflichtet, sonntags alle zwei Wochen (mindestens 30 Mal und an den vier Hauptfesten im Jahr) Gottesdienst abzuhalten. Als Mesner angestellt wurde der zugezogene katholische Zimmermann Anton Rettenmaier. Die Heubacher und Beurener Katholiken verfügten nun also über ein, wenn auch kleines, dennoch eigenes Gotteshaus. Allerdings blieben sie weiterhin in Unterböbingen „eingepfarrt“, waren damit lediglich eine Filialgemeinde der Unterböbinger Pfarrei.     (Stadtarchivar Dr. Michael Hensle beschäftigt sich in der nächsten Folge „100 Jahre Stadtpfarrei Heubach“, mit dem Abriss des Oratoriums, dem Bau der Kirche St. Bernhard und der Ernennung der Heubacher Filialkirchengemeinde Unterböbingen zur Stadtpfarrei Heubach)  

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